Open your heart

Am Wochenende habe ich gelernt und darüber so viel Schönes erfahren, dass ich es einfach mit euch teilen muss!

Man weiß ja nicht, was auf einen zukommt, wenn man etwas Neues beginnt. Ich war jedenfalls unsicher. Eine Yogalehrerausbildung? Ich meine, ich liebe Yoga aber weder das Körperliche (wann klappt denn nu dieser Kopfstand im freien Raum?) noch das Spirituelle (dieses Sanskrit...und diese Yogasutren...) habe ich verinnerlich. Darf man, äh Yogini, denn dann überhaupt in so eine Ausbildung? Dazu kam auch noch, dass meine kleinen, hübschen Klischeekisten im Kopf einiges an wüsten Vorstellungen fabriziert haben: Was wenn das alles so Walle-Walle-Frauen sind und ich mich fremd fühle? Ein Raum voll Vollblut-Esoteriker? Was wenn die Lehrerinnen nicht nett sind? Was wenn ich zu schlecht bin? Oder es mir schlicht nicht gefällt? Herrje, ihr seht: Mit dem Nicht-Denken hat es diesbezüglich nicht so richtig spitze geklappt. (Ich arbeite aber weiter dran...). Na, jedenfalls hatte ich Donnerstag früh eine schlechte Nacht (wälz,wälz) hinter mir und hab mich mit ordentlich Magengrummeln aufgemacht in meine neue zweite Heimat für die nächsten Monate.

Tja - was soll ich sagen? Das erste Wochenende war einfach toll. Ein Wunder. Eine Offenbarung. Höre ich mich an wie auf irre guten Drogen? Gut! So ähnlich fühle ich mich auch. Um kurz das Drumherum zu würdigen: Ich habe zwei tolle Lehrerinnen, die verschieden sind und beide auf ihre Weise mein Herz berühren. Ich habe eine tolle Gruppe von Mitlernenden. Einfach entzückend. Jeden einzelnen könnte ich abknutschen (hab ich aber noch nicht gemacht, man will ja nicht gleich alle verstören). Und dann noch dieses Yoga!

Yoga - ich habe bisher, hm, lass kurz rechnen, vier Tages-Workshops besucht, mehrere Bücher und Zeitschriften nachgeturnt und ein paar DVDs. In Klassen bin ich selten. Ich habe mir eingebildet, dass neben Kindern, Mann, Freunden, Schreiben, Arbeit, freiberuflichem Coaching, und Haushalt einfach keine Zeit bleibt. Jaja, die Prioritäten! Die eine Stunde am Morgen habe ich ja meine Yogapraxis und - war glücklich. Klar, wollte ich sie ausbauen, sonst wäre ja die Ausbildung auch Mumpitz, aber ich dachte, ich wüsste schon was los ist. Liebeserklärungen gab es hier ja nun auch schon. Aber dieses Yoga! Die Energie in einem Raum voller freudiger, glücklicher Lernender, die gemeinsam Yoga machen, ist unbeschreiblich. Ich musste mehrmals mit meinen Tränen kämpfen. Wunderschöne Momente gab es: Tolle, herausfordernde oder entspannte Yogaklassen, ein AUM-Kanon in der Dunkelheit bei Kerzenlicht, eine geführte wunderschöne Atemmeditation, sogar Kirtan gesungen haben wir mit entzückender Begleitung und natürlich gelernt, ganz schön viel sogar.

Gelernt habe ich auch etwas, was ich gleich heute teilen will: Open your heart. Das Herz öffnen. Schon gehört oder?  Ich versuche es mehr und mehr in Meditationen zu schaffen (schönes Buch hierzu ist das Meditationsbuch von Sally Kempton) und natürlich im Alltag. Nicht denken hilft mir dabei übrigens sehr. Mein Herz öffnen hieß für mich bisher, zu fühlen, dass Liebe in mir ist. Dass in uns allen Liebe ist. Und wir deshalb alle zusammen gehören  - auch wenn wir es manchmal  nicht sehen oder fühlen können. Manchmal fällt mir das nämlich ordentlich schwer. Wenn mich jemand ärgert und ich mich richtig aufrege - dann ist da nix mit "Liebe ist in mir" dann ist da eher "Ich beiß dir den Kopf ab!". Aber das ist natürlich unyogisch und macht vor allem weder entspannt noch glücklich ...vor allem mich selber. Darum arbeite ich ja auch daran. Denn wenn ich es fühle, dann macht es mich sehr glücklich, schon jetzt.

An meinem Wochenende ging es bei "Open your heart" um eines der Ausrichtungsprinzipien im Anusara YogaOpen (your heart) to Grace. Meine Lehrerin hat es mir erklärt: Zu übersetzen ist es nicht so leicht, denn Grace heißt einerseits Anmut - andererseits auch etwas Höheres. Man könnte also sagen, Ziel ist es unsere äußere Hülle zu entspannen und unser Herz strahlen zu lassen, uns etwas Höherem hin zu öffnen. Bereit zu sein, die eigenen Praxis einer Intention zu widmen. Bereit sein, das Göttliche in uns selber zu erkennen und offen zu sein für das, was uns verbindet, für eine übergeordnete Energie und die universelle Liebe. Höre ich mich an wie eine Vollblut -Esotante, von der ich oben noch Angst hatte? Na, so kanns gehen... Aha-Erlebnis war dann diese Idee in die körperliche Praxis zu integrieren. Das war toll und (Klischee, olé) macht die Übungen irgendwie magisch! (Ich schwör!!)

Ich war jedenfalls maximal geflasht und integriere gerade fleißig in meinen Alltag. Eine Intention finden für jeden Tag -gleich am Morgen wenn ich aufstehe- ist das, was ich gleich gestern früh geändert habe. Mir bewusst sein, wie besonders jeder Tag ist, um diesen Tag dann auch bewusst etwas Höherem zu widmen. Ich habe entschieden: Mein Alltag, Entspannung und Glück hin oder her, kann auch noch mehr Magie vertragen! Mein Start gestern -nach einem Wochenende in Stretch-Yogahosen, mit lauter Aums und Kerzen- zurück in meinen etwas (hüstel) betriebsameren Arbeitsalltag war nicht einfach. Aber zwischendurch tief zu atmen, meinen Brustkorb ein wenig zu öffnen und mir meines Herzens und meiner Intention wieder neu bewusst zu werden - das hat mich so durch den Tag getragen. Und dafür glaube ich, man braucht vielleicht gar keine so tolle (und sie ist toll) Yogaausbildung, sondern nur die Gewissheit:

Wir haben es oft selber in der Hand. Wie wir unseren Tag starten, ob mit Sorgen oder Hektik oder ob wir uns zwei Minuten Zeit nehmen und im Bett liegend nach draußen schauen, uns auf unseren Atem und unser Herz konzentrieren und uns bedanken, für den neuen Tag. Dann können wir in uns hören und dem Tag eine Intention geben. Meine ist übrigens heute: Sei gut zu dir. Hört sich vielleicht nicht sofort an wie eine Öffnung zu etwas Höherem an, oder? Eher wie eine Öffnung zur Selbstliebe aber mein Gedanke war: Wenn mein Leben ein Geschenk ist, dann sollte ich es genießen. Und das will ich heute gerne tun. Ihr vielleicht auch?

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