Ein ayurvedischer Start in den Morgen

Vor einiger Zeit habe ich auf einem Seminar zum ersten Mal etwas mehr über Ayurveda gehört und war gleich ganz fasziniert. Schnell waren ein paar Bücher (meine Lieblinge siehe hier) gekauft und zum großen Teil auch gelesen. Seit dem begleitet mich, vor allem am Morgen, ein neues Programm. Was dafür sorgt, dass ich (sehr lange bekannt als der Morgenmuffel) nun gerne und gut in den Tag starte. Und das um 5:30 h morgens (früher eine undenkbare Zeit)!

Was also passiert so früh am Tag, dass ich mich trotz der frühen Stunde so gut und glücklich fühle? Tja dafür müssen wir ins Detail gehen und ihr müsst ausprobieren. Hier also mein morgendliches Ayurveda-Ritual, wohlfühlen garantiert:

  1. Ein großes Glas warmes Wasser mit etwas Zitrone in Ruhe trinken. Jetzt werden die Organe sanft geweckt, die Verdauung angeregt.
  2. Ab ins Bad! Vor dem Zähneputzen die Zunge sauber schaben. Ich nehme dazu die Seite eines Teelöffels. Es gibt aber auch schicke Zungenschaber zu kaufen. Damit werden Belege entfernt, was gut ist um Krankheiten vorzubeugen, leckerer aus dem Mund zu riechen und wieder besser und mehr zu schmecken. Im Ayurveda gilt übrigens ein weißer Belag als Zeichen für eine Ansammlung von Schlacken und Giftstoffen, die sich in der Nacht abgelagert haben. Also nichts, was wir den ganzen Tag in unserem Mund spazieren tragen wollen (bäh!). 
  3. Zähne putzen. Danach 1 EL ungeröstetes Bio-Sesamöl in den Mund nehmen und damit spülen. Das Öl muss im Mund hin und her bewegt werden und so ca. 3-5 Minuten im Mund bleiben (mindestens), dann kurz mit dem Öl gurgeln und ausspucken (in den Restmüll, die Rohre können sonst nach einiger Zeit verstopfen). So werden Bakterien und Ablagerungen gelöst und das beugt Krankheiten vor. Das Öl-gurgeln hilft spitzenmäßig gegen Halsschmerzen und außerdem habe ich als Teeliebhaberin keine Ablagerungen und Verfärbungen an den Zähnen mehr.
  4. Waschen und mit etwas Wasser die Nase ausspülen. Hierzu gibt es Nasenduschen- noch besser sind die Neti-Kännschen. Einfach warmes Wasser rein, ein TL Salz und los geht es. Früher habe ich einfach nur etwas Wasser mit der Nase hochgezogen und wieder ausgeschnuft. Ging auch. Wie auch immer: Die Nase wird gereinigt und befeuchtet. Das hilft im Winter sehr gut gegen die trockene Heizungsluft (da mache ich das mehrmals täglich), im Sommer gegen Allergien und generell ist es gut für Gesundheit und Wohlbefinden.
  5. Bürstenmassage: Mit einer trockenen Körperbürste die Haut abbürsten. Kreisende Bewegungen zum Herzen hin. Das macht wach und regt den Kreislauf an. Außerdem bekommt man irre weiche Haut.
  6. Ölmassage: Mit etwas Öl einreiben. Ich nehme gerne Alverde Rosmarin&Zitrone - das riecht klasse und zieht schön schnell ein. Mir fällt oft auf, wie wenig wir unseren Körper wertschätzen. Die Bürstenmassage und das liebevolle Einreiben sind für mich ein guter Start meinen Körper gleich am Morgen angemessen "zu wecken"
  7. Die Nase mit einem Tropfen Öl innen einreiben. So bleibt die Nasenschleimhaut geschmeidig und ist besser gegen Bakterien geschützt. Ich habe seit dem viel seltener Schnupfen.
Das passiert im Bad - und tut sehr gut. Zeitaufwand: 15 Minuten, mit Dusche 30. Es ist also zu schaffen auch für etwas spätere Aufsteher. Das ist aber nur die halbe Miete, wenn auch schon ein toller Start.  Für die zweite Hälfte ziehe ich vom Bad ins Wohnzimmer. Hier geht es auf die (Yoga-) Matte (wer hier frisch startet liest vielleicht meinen Post zur eigenen Yogapraxis) :
  1. Raum herrichten: Eventuell etwas aufräumen, damit die Atmosphäre schön ist. Dann: Matte ausrollen, Kerze anzünden
  2. Kurzes Dankesgebet und im halben Lotussitz bequem machen (ich brauche hierzu ein kleines Kissen unter meinem Allerwertesten)
  3. Drei mal tief (immer durch die Nase) atmen, drei mal laut ein langes "OM" singen (ja, am Anfang kam ich mir auch komisch vor, aber es ist ein tolles Ritual)
  4. Eine Atemübung machen. Momentan mache ich gerne den sogenannten "Feueratem". Hierzu drei mal tief atmen und entspannen. Dann einatmen und zu 3/4 ausatmen. Danach den Atem durch die Nase kurz und stark (in dem der Bauch mitarbeitet) ausstoßen. Ab jetzt hintereinander ca. 30 mal kurz hintereinander den Atem ausstoßen - das Einatmen erfolgt automatisch. Gerade sitzen bleiben, das Ausatmen wird über die Bauchmuskulatur gesteuert. Das weckt den Körper auf und hat eine entschlackende Wirkung.
  5. Danach wieder tief atmen, die Augen schließen und sich auf die Innenseite des Oberkopfes konzentrieren. Da ist so ein Prickeln zu fühlen (bilde ich mir jedenfalls ein). Toll!
  6. Das Ganze insgesamt drei Mal wiederholen
  7. Sitzen bleiben und 10- 20 Minuten meditieren (Anleitung ist hier zu finden)
  8. 30-50 Minuten Yoga. Momentan liebe ich die Yogaübungen aus Tara Stiles "Yoga heilt", oder die Klassen von YogaGlo
So sieht er aus - mein Start in den Morgen und das nun schon seit über einem Jahr. Hört sich viel an? Bei mir kam irgendwie immer mehr dazu. Am schwersten waren für mich die ersten 100 Tage früher aufstehen als ich gewohnt war. Jetzt bin ich süchtig. Am Yoga kann ich schon mal sparen und auf 15 Minuten kürzen - wenn es leider doch mal schnell gehen muss. Aber der Rest? Auf keinen Fall!





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