Entspannt...Vorsätze tatsächlich umsetzen!

Nach dem es beim letzten Mal ja um die guten Vorsätze ging (also ich bin noch gut dabei, ich hoffe ihr auch?), bietet es sich heute meiner Meinung nach an, darüber zu fachsimpeln, wie es wohl mit guten Vorsätzen weitergeht. Also, wie kann man sie entspannt und glücklich umsetzen? Als Beispiel bietet sich ja hervorragend das Thema "abnehmen" an. Das hatte ich Laura sowieso versprochen. Außerdem passt das Thema ganz wunderbar ins Neue Jahr - schließlich nimmt ein gar nicht so kleiner Teil meiner Lieben gerade mit mehr oder weniger großem Erfolg ein wenig ab oder versucht es zumindest. Wer nicht abnimmt, sondern andere schöne Dinge auf  seiner ToDo - Liste hat, der nimmt das Beispiel einfach nur zu Veranschaulichung und setzte die Schritte für sein Thema um.

Also los geht´s! Gute Vorsätze und die auch noch einhalten - gar nicht so einfach. Und das liegt an verschiedenen Faktoren. Einmal sind wir nun mal Gewohnheitstiere. Alles was neu ist,  ist für unser Gehirn erst einmal mehr Anstrengung als der übliche Autopilot. Darum wehrt es sich ein wenig. Es suggeriert uns auf unserem neuen Weg, dass wir das Neue doch eigentlich gar nicht brauchen oder wollen und verzerrt dafür ein wenig die Realität. Da fühlt man sich zum Beispiel nach 1-2 Tagen Diäten schon ganz dünn. Warum also weiter abnehmen? Und das auch noch so konsequent? Tja..und schon... Außerdem stellen wir, dadurch dass wir neue Wege gehen, einen Teil unseres bisherigen Lebens quasi in Frage -was wiederum unserem Selbstwert gar nicht gefällt. Und der wehr sich dann auch. Plötzlich finden wir abnehmen z.B. irgendwie oberflächlich oder ungesund ...und schwupp die wupp...werden wir schwach und entschuldigen uns mit einem vermeintlich guten Argument oder geben irgendwann auf. Tja, und es dauert ganz schön, bis unser Gehirn klein beigibt. Yogis sagen es dauert 108 Tage bis das neue Verhalten richtig etabliert ist. Erst dann gibt unser Verstand Ruhe und akzeptiert, dass wir einen anderen Weg gehen. Eine lange Zeit. Wir brauchen also einen guten Willen, ein schönes Ziel, gute Gründe und einen Plan! Sonst wird das meist nichts, mit den guten Vorsätzen.

1. Einen guten Willen

Wir verändern uns in der Regel nur aus zwei Gründen: Entweder wir haben eine Einsicht, eine tiefgreifende und unser bisheriges Bild erschütternde Einsicht oder wir spüren eine innere Anspannung, eine sogenannte Dissonanz, die uns quasi zwingt zu handeln. Im ersten Fall: Herzlichen Glückwunsch! Mit einer tiefen Einsicht schafft man alles. Bei mir war das so im Punkt Ernährungsumstellung. Einmal verstanden, was mit den Tieren auf unseren Tellern alles passiert, habe ich bis heute keinen inneren Kampf, wenn ich an den Frikadellen vorbei gehe - es ist kinderleicht für mich vegan zu essen.  (Übrigens auch eine tolle Möglichkeit abzunehmen - siehe auch das schöne Buch "Skinny Bitch"). Wer keine Einsicht hat, oder wessen Einsicht nicht lupenrein und tief ist, der kann versuchen die Dissonanz durch ein wenig Leidensdruck zu vergrößern. Gibt es also wirklich schlimme Fotos, die ihr nicht mögt und auf denen ihr sehen könnt, dass ein paar Kilos weniger gut täten - dann schaut euch diese ruhig ein wenig an. Und fasst euren Entschluss. Danach die Fotos schnell weglegen und nur noch an das Ziel denken - denn später auf dem Weg, stören die negativen Bilder eher als das sie helfen.

2. Ein schönes Ziel

Zum Umsetzen guter Vorsätze gehört ein schönes Ziel. Seit den 60er Jahren wissen wir, dass Zielsetzung Leistung steigern kann (mehr ist unter dem Stichwort Zielsetzungstheorie, Locke & Latham zu finden).  Also ist ein Ziel eine gute Sache. Allerdings muss unser Ziel auch schön sein. "Ich will abnehmen" ist noch nicht schön.  Schön ist, wenn das Ziel euch motiviert. Und das geht am besten wenn es:
3. Gute Gründe

Wer entschieden hat, dass es Zeit ist was zu tun und wer dann noch ein schönes Ziel formuliert hat, der kann mit ein paar kleinen Fragen für etwas mehr Power hinter dem Ziel sorgen (darum heißt die schöne Technik, von der ich mich hier frei bediene, auch Empowerment). Und das geht mit ein paar Fragen, wobei ich die Antworten immer gerne für mich auf einem Blatt sichere (dann kann man zwischendurch noch mal reinschauen und nachlesen...wenn der Wille wieder nachlässt):
Sind die Fragen beantwortet - dann kurz innehalten. Und mit den neuen Erkenntnissen zurückschauen auf das konkrete Verhalten, was ihr euch vorgenommen habt. Sieht meist plötzlich ganz einfach aus. Und ist dann ebenso einfach zu erreichen.

4. Einen Plan

Wer etwas ändern will, braucht einen Plan. Und zwar nicht nur, was genau anders wird und wie und warum (s.o.) sondern auch: Was passiert wenn etwas nicht klappt? Wo sind meine Saboteure?  Peter Gollwitzer hat die "Wenn-dann"-Methode entwickelt.  Hier geht es darum, mit einfachen Strategien den inneren Schweinehund zu besiegen. Heißt: Findet einen Plan, für alle möglichen "Saboteure", die ihr bei euch kennt. Vielleicht habt ihr so etwas ja schon mal versucht? Und es ist gescheitert? Woran lag das? Gollwitzer sagt, es ist dann zu überlegen was hier helfen kann nicht wieder in die gleiche Falle zu tappen. Also, wen es abends auf die Couch statt in die Laufschuhe zieht, der sollte die Fernbedienung des TVs vielleicht auf die Sportschuhe legen -oder noch besser, noch im Büro die Sportsachen anschmeißen und vorm nach Hause kommen (=Anblick Couch) schon eine Runde drehen. Was auch immer hilft - alles ist erlaubt und bei jedem ist es etwas anderes. Mein Weg zum täglichen Yoga war das frühere Aufstehen, denn nach der Arbeit will ich auch so gerne auf die Couch. Nach  108 harten Umstellungstagen, an denen ich oft lieber liegen bleiben wollte, klappt es nun hervorragend. Und ich bin stolz. Also: Nachdenken und überlegen, was helfen kann. 

5. Milde sein

Und zu guter Letzt: Glücklich sein hat auch damit zu tun, sich selbst anzunehmen wie man ist. Und dazu gehört auch, sich zu verzeihen, wenn man einmal kurz schwach geworden ist. Wer dann mit sich schimpft und sich innerlich abkanzelt, der wird schwer die Kraft finden sich wieder aufzuraffen. Besser, entspannter und erfolgsversprechender ist es, sich zu verzeihen und sich selbst für den nächsten Tag Kraft zu wünschen weiter machen zu können. Und dann nachdenken: Warum ist das passiert? Welcher Saboteur war da unterwegs? Und wie (siehe Punkt 4) ist der beim nächsten Mal auszutricksen?

Ich bin gespannt, ob euch das hilft. Viel Erfolg auf jeden Fall und viel Spaß!




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