Zuversichtlich werden

Vor einiger Zeit habe ich hier etwas über Relevanz geschrieben. Darüber, wann uns etwas so sehr stört, dass wir eine Veränderung angehen wollen. Nun kenne ich aber eine ganze Menge Menschen, mich eingeschlossen, die trotz hoher Relevanz nicht immer handeln. Die das, was stört, nicht in Angriff nehmen - nichts verändern. Wenn ich in solchen Momenten in mich hineinhorche, dann höre ich all die Hindernisse und guten Gründe. Bis ich schließlich erneut zum Schluss komme, dass der geplante Schritt nun wirklich keinen Sinn macht. Was mich oft so gut überzeugt ist mein persönlicher Schatz an "Wahrheiten" über mich und die Welt.  Gut zu erkennen an Sätzen wie: "Ich bin halt so." oder "Das klappt sowieso nicht, weil...".

Wie kommen wir zu solchen Wahrheiten, die uns in der Konsequenz die Zuversicht klauen, dass die geplante Veränderung funktionieren könnte? Die uns einengen, fast wie ein Korsett? Es ist so: Wir interpretieren den lieben langen Tag alles was uns passiert und zwar auf unsere ganz eigene Weise. Den "Code", mit dem wir unsere Umwelt entschlüsseln, haben wir uns über Jahre selbst gebaut. Viele Erfahrungen haben uns geprägt. Viel haben wir gelernt. Schade ist, dass manche unserer Erfahrungen heute eher Hypotheken als Erfahrungsschätze sind. Und viele unserer Rückschlüsse sind vorschnell, unangemessen - rational einfach nicht haltbar.  Niemand ist immer so und so. Es gibt immer die Momente, an denen wir anders sind oder waren. Trotzdem ziehen wir unsere Schlüsse und hängen an unseren "Wahrheiten". Auch wenn sie künftige Erfolge fast unmöglich machen. Warum zum Beispiel glauben wir, nach ein paar gescheiterten Diäten, wir könnten "nie abnehmen"? Und wundern uns dann, dass es nicht klappt wenn wir es noch einmal versuchen? Statt nach einem gefühlten Scheitern rational zu überlegen, welche Handlungen unseren Erfolg boykottiert haben, schaffen wir uns lieber ein neues Etikette an. Und kleben es uns quasi auf die Stirn. Was denn nun tun, um die Zuversicht neu zu erwecken? Auch wenn wir glauben, es kann nicht klappen mit dem was wir vor haben?

  1. Weg mit den Etiketten!
Schwierig, aber möglich: Um uns erfolgreich neu zu erfinden brauchen wir die Zuversicht, dies auch tun zu können. Wer von sich z.B. denkt "Ich kann einfach nicht mit Geld umgehen" wird sich selbst immer als Opfer der eigenen Unvollkommenheit fühlen. Und komischer Weise (schon wieder diese selbsterfüllende Prophezeiung) auch tatsächlich das Geld trotz besseren Wissens verpulvern. Sehr wahrscheinlich mit irgendwelchen Impulskäufen, ganz spontan halt. Wenn wir eine Veränderung planen dann gehört ein kleiner innerer Spaziergang dazu, um unsere Zuversichtsdiebe zu entlarven. 

Passende Fragen sind: Was denke ich eigentlich über mich? Woran könnte ich scheitern? Was denke ich, widerstrebt meiner Natur? Bei diesem inneren Zwiegespräch ist es wichtig, gut auf die eigenen Gefühle zu hören: Wo sitzt der Zweifel, der an der Zuversicht nagt? Welche Wahrheiten haben wir über uns? Wenn wir das Gefühl kennen und einen Überblick über das haben, was wir von uns denken - dann können wir überlegen: Stimmt das eigentlich? Was wissen wir eigentlich objektiv über uns? Drei gescheiterte Diäten bedeuten zum Beispiel nicht "Nie abnehmen zu können" sondern gehören unter die Lupe genommen: Was hat damals nicht gepasst? Was war der Grund aufzugeben? Hatten wir Angst, dass sich etwas ändert? Wenn ja was? und so weiter, und so weiter. Je rationaler wir es schaffen auf unseren persönlichen Entschlüsselungscode für unsere Welt zu schauen, um so mehr Möglichkeiten haben wir ihn zu verändern. Ich sag nur: Pippi Langstrumpf! Kommt wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt! Die Etiketten, die uns einschränken, abzureißen - das ist der erste Schritt. 


    2.  Zuversicht bunkern! 

Um Zuversicht zu fühlen - tja, müssen wir sie fühlen. Aber was, wenn einfach keine Zuversicht aufkommen will und wir ängstlich nach vorne schauen? Dann kann wieder eine kleine Reise in unser eigenes Universum helfen. Ich behaupte kühn: Jeder hatte in seinem Leben mindestens einen Moment, in dem er sich voll Zuversicht gefühlt hat. Ein Moment, in dem - ob rational oder nicht - klar war, dass alles gut werden würde. Vielleicht muss ordentlich gegrübelt werden, bis wir diesen Moment in uns finden. Aber er ist da. Und den gilt es abrufbarer zu machen. Oder besser: Das Gefühl abrufbarer zu machen. So dass wir ihn "anzapfen" können - unser eigenen kleiner Zuversichtstank sozusagen. Und das geht ganz gut so:
Hört sich komisch an? Ist aber toll und kommt (so oder so ähnlich) aus dem NLP. Aus eigener Erfahrung weiß ich, es funktioniert sehr gut. Wen es interessiert: Meine Zuversicht hat die Form eines goldenen Schmetterlings und fliegt auf meine Brust, zu meinem Herzen. Sie hilft mir sehr vor schwierigen Präsentationen oder anderen Situationen, in denen früher die Angst überhand genommen hat. Also: ausprobieren und üben. Es macht Spaß, soviel kann ich versprechen.

      3.  Erfolge feiern!

Um immer zuversichtlicher zu werden müssen wir auch lernen immer mehr in uns und die Welt zu vertrauen. Wir brauchen statt der oben abgeschnittenen, unschönen Etiketten und Lebensweisheiten einen bunten Strauß schöner, wohlwollender, zuversichtlicher Wahrheiten über uns und die Welt um uns. Also gilt es ab jetzt ganz bewusst  jeden schönen Moment zu genießen. Tief zu atmen und sich innerlich zu freuen. Jeden (noch so kleinen) Erfolg ordentlich (innerlich oder auch äußerlich) zu feiern. Abends noch einmal in den schönen Momenten des Tages und unseren Erfolgen zu schwelgen. Denn es gilt nun Wahrheiten zu entwickeln, die uns gut tun. "Die Welt ist freundlich.", "Das Leben ist schön." und und und. Wer einen Schatz solcher Wahrheiten sein eigen nennt, der wird (neben vielen anderen positiven Effekten) auch zuversichtlich sein. Und das Schöne ist: Wir können ihn uns selber anlegen! Also loslegen. Und unser Hirn mit positiven Botschaften fluten.

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